Das Textsatzsystem LaTeX
In meinen Büchern zu LaTeX möchte ich aufzeigen, dass die Angst vor LaTeX unbegründet ist und eine Einarbeitung für Normalanwender, zum Beispiel Romanautoren, auch nicht länger dauert, als in ein anderes bisher unbekanntes Textprogramm. Nur wer wirklich wissenschaftliche Arbeiten mit komplizierten Formeln, Tabellen und Grafiken erstellen will, benötigt etwas mehr Geduld. Aber mit anderen Programmen erzielte er oder sie wohl nie ein richtig gutes Ergebnis.

Letzte Bearbeitung: 10 March 2019 21:21.

 

LaTeX - Ein junggebliebener Oldie

LaTeX ist ein aus dem Vorläufer TeX weiterentwickeltes Textsatzsystem. Neben LaTeX gibt es noch einige TeX - ein junggebliebener Oldieweitere Entwicklungen, die alle auf TeX basieren. Jedes dieser Systeme hat seine Vor- und Nachteile. Urvater des Programms TeX ist Donald E. Knuth, der 1977 an der Stanford University begann, ein Textverarbeitungssystem auf Unix Rechnern zu entwickeln, um damit wissenschaftliche Arbeiten zu erstellen. Das System sollte als freie Software (OpenSource) rechner- und betriebssystemunabhängig auf allen verfügbaren Computerplattformen vom Mikrocomputer bis zum Großrechner laufen. Einfach ausgedrückt erstellt TeX im sogenannten übersetzungsvorgang aus dem mit einem Editor erstellten Text eine Datei, die beschreibt, wie das Dokument auszusehen hat. Es ist eine Art Grafikdatei, die unabhängig vom Ausgabegerät immer gleich aussieht. Und so ist es auch noch heute. In den meisten Fällen wird heute eine PDF-Datei als Ausgabedatei erstellt, die dann auf dem Bildschirm mit einem PDF-Reader angesehen oder auf einem beliebigen Drucker ausgedruckt werden kann. Als Buchautor werden Sie diese PDF-Datei, den sogenannten Buchblock, an Ihren Verlag senden.

 

Ein Schwerpunkt bei der Entwicklung von TeX war damals die korrekte Darstellung auch komplizierter wissenschaftlicher Formeln. Selbst heute, über 40 Jahre später, reicht keine andere Textverarbeitung an diese korrekte Formeldarstellung heran. Das Programm machte zunächst unter dem Namen TeX (den griechischen Buchstaben Tau, Epsilon und Chi) als ein System für technischen Text Geschichte. Es verbreitete sich schnell unter Wissenschaftlern und dabei wurden dann mit zunehmender Anwenderzahl auch die Probleme deutlich, die viele Anwender mit dem Layout der Texte und den wenig verständlichen Befehlen hatten. Auch die erforderlichen Handlungsabläufe, um aus dem erstellten ASCII-Text eine druckbare Datei zu machen, überforderte alle, die nicht gerade in der damals noch dünn besiedelten IT-Welt aufgewachsen waren. Die Anwendung der Software blieb daher anfangs nur Programmierprofis vorbehalten, da TeX mehr einer Programmiersprache ähnelte, als einem Textverarbeitungssystem.

 

Hier kam dann Leslie Lamport, ein amerikanischer Mathematiker, Informatiker und Programmierer, geb. 7.2.1941 in New York, ins Spiel. Er entwarf das LaTeX-System, ein Softwarepaket, das die Benutzung von TeX deutlich vereinfachte, da es die kryptischen TeX-Anweisungen durch verständliche Makros (auch Befehle genannt) ersetzte. Durch Aufruf eines kurzen Makros wird ein Befehl ausgelöst, der eine mehr oder wenige große Anzahl von TeX-Anweisungen ausführte, um die sich der Anwender jetzt nicht mehr im Einzelnen kümmern musste. Ein Befehl in LaTeX beginnt immer mit einem Backslash und kann weitere Parameter und Optionen enthalten. Pflichtangaben werden in geschweiften Klammern angegeben. Optionale Angaben erkennt man an den eckigen Klammern. Während die Angabe von Optionen, wie der Name schon ausdrückt, erfolgen kann oder auch nicht (die Angabe ist optional und nicht unbedingt erforderlich), ist die Angabe von bestimmten erforderlichen Parametern zum Befehl Voraussetzung für die korrekte Ausführung des Befehls.

 

Das Dokumentenlayout (Ein Artikel, Brief oder Buch) wird aufgrund einiger weniger Vorgaben (Papiergröße, Schriftart, Schriftgröße ...) berechnet, sodass es erprobten typografischen Vorgaben aus dem Buchdruck entspricht. Der Autor muss sich nicht mehr um Größe der Ränder, Abstände der verschiedenen Abschnitte oder Schriftgrößen von Titeln, Untertiteln und Standardtexten kümmern. Alles wird aus wenigen Vorgaben des Nutzers berechnet, die dieser dem Dokument am Anfang in der sogenannten Präambel mitteilt. Daraus werden die benötigten Daten auf Basis der langen Erkenntnisse aus dem Buchdruck nach typografischen Gesichtspunkten berechnet.

 

Typografisches Design bedeutet aber nicht nur ein schönes Layout, sondern noch wichtiger ist eine leichte Lesbarkeit, die man durch gute Gliederung, nicht zu lange Textzeilen, klare Schriftarten und die richtige Schriftgröße erreicht. Dazu gehörte früher sehr viel handwerkliches Geschick der Buchdesigner und Schriftsetzer, das erst erlernt werden musste. Heute übernimmt oftmals LaTeX die Funktion des Schriftsetzers und Designers, da es in vielen Bereichen an Universitäten, Instituten und zunehmend auch in Firmen und im Privatbereich eingesetzt wird. Bei Dissertationen, Doktorarbeiten und wissenschaftlichen Artikeln ist es zum Standard geworden. Und zunehmend trauen sich auch Buchautoren an diese Software, die von den Unzulänglichkeiten anderer Text- und Layoutprogramme enttäuscht sind. Ich denke da zum Beispiel nur an dynamische Kopfzeilen, automatische Erstellung diverser Verzeichnisse, automatische Seitennummerierung und das Weglassen der Seitennummern auf leeren Seiten. Das Laden und Speichern auch großer Dokumente, wie zum Beispiel ein Buch, geht sehr schnell. Wenn eines meiner Bücher in anderen Textprogrammen mal deutlich über die zweihundert Seiten groß wurde, fingen oft die Probleme an. Das Buch dann in einzelne Abschnitte zu unterteilen war zwar möglich, brachte in dem einen oder anderen Programm dann aber wieder andere Probleme mit sich. So etwas oder Abstürze, die ich leider aus anderen Textprogrammen kenne, habe ich mit LaTeX bisher noch nicht erlebt. Und LaTeX läuft auch noch auf älteren Rechnern oder mobilen Geräten, die meist weniger Speicher und Rechenleistung mit sich bringen. Für Autoren ideal, die auch unterwegs ihre Einfälle festhalten wollen.

 

Mitte 1985 wurde LaTeX in der Version 2.09 zur Nutzung freigegeben und bis Ende 1989 von Leslie Lamport betreut. Aktuell liegt das Softwarepaket in der Version 2e vor, die bereits seit 1989 von einem Autorenteam weiter entwickelt wurde. Sie werden es vielleicht schon erkannt haben. Der Programmname LaTeX besteht aus dem Ursprung TeX, dem Leslie Lamport die ersten beiden Buchstaben seines Nachnamens vorangestellt hat.

 

LaTeX-Installationen gibt es für viele Unix- und Linux-Distributionen, Apple macOS und Windows Betriebssysteme ab Version 3.x bis zur aktuellen Version 10. Welche andere Software kann das von sich behaupten? Und LaTeX ist kostenlos. Das ist aber keinesfalls der größte Pluspunkt! Es sind die Möglichkeiten, die das Programm bietet, und die es zum führenden Textsatzsystem im wissenschaftlichen Bereich gemacht haben. Während in einfachen Textverarbeitungsprogrammen eine abgeschlossene Zeile (nach einem Zeilenumbruch) nicht mehr automatisch verändert wird, berechnet LaTeX bei der übersetzung Ihres Textes in eine PDF-Datei keine Einzelzeilen, sondern immer ganze Absätze, um die optimale Textaufteilung mit einem möglichst harmonischen Schriftbild ohne große Zwischenräume und mit möglichst wenigen Worttrennungen zu erreichen. Warum sollen wir Autoren dieses ideale Textsatzsystem nur den Studenten und Wissenschaftlern überlassen und nicht auch von diesem intelligenten, integrierten und automatischen Layouter profitieren? Während wir uns um die Formulierung des Textes kümmern, sorgt LaTeX durch seine Fähigkeiten für ein ansprechendes Design. Wenn Sie mit zusammengekniffenen Augen auf eine reine Textseite schauen, sollten sie ein gleichmäßiges graues Feld sehen, ohne weiße Lücken und ohne schwarze Streifen. Außerdem ist es sehr einfach, ein Inhaltsverzeichnis, ein Literaturverzeichnis oder auch einen Index (Stichwortverzeichnis) zu erstellen.

 

Bevor Sie jetzt denken, dass LaTeX durch die Vorgaben dann doch ein sehr starres System sei, möchte ich Sie beruhigen. Soviel Einfluss auf die Darstellung, wie in LaTeX haben Sie in keinem mir bekannten Programm. Nur sollte man das nur mit Bedacht nutzen, um den großen Vorteil der typografischen Korrektheit von LaTeX nicht zu zerstören. In das Programm ist sehr viel Fachwissen von Grafikern und Druckern eingeflossen. Wer sich gut auskennt, kann sogar neue Befehle (commands) erstellen oder systemspezifische Anweisungen umkonfigurieren (renewcommand). Wer sich daran wagen will, sollte sich aber vorher intensiv in die Grundlagen des Textsatzsystems einlesen, sonst richtet er mehr Schaden als Nutzen an. Als Buchautor müssen Sie sich damit nicht befassen, nur um einen Roman oder eine Biografie zu schreiben. Auch die meisten der schon erwähnten Fähigkeiten von LaTeX werden Sie nicht benötigen. Deshalb haben Sie keine Scheu, auch wenn ich vorher von wissenschaftlichen Formeln und Anwendungen geschrieben habe.

 

Ich habe mein erstes LaTeX-Buch für Autoren auch in der Absicht geschrieben, dass der eine oder andere Romanschreiber nicht erst anfängt, mit irgendwelchen Textprogrammen seine Bücher zu schreiben und dann viel Zeit in das Layout stecken muss. Ich möchte ihm oder ihr die Enttäuschungen und Probleme ersparen, die schon viele letztendlich zu LaTeX gebracht haben. Ersparen Sie sich den Umweg, den auch ich leider gegangen bin, weil man weder in der Werbung noch in der Standardpresse etwas über LaTeX hört. Das ist allerdings kein Wunder, da man LaTeX nicht kaufen kann und somit auch niemand daran verdient. Durch fehlende rechtzeitige Information werden wohl viele ihre ersten Texte mit anderen Programmen erstellen, bevor sie bei steigenden Ansprüchen dann vielleicht doch auf die Suche gehen. Vielleicht spielt auch die Vorstellung eine Rolle, das etwas nicht gut sein kann, was nichts kostet. Aber dafür gibt es schon viele Gegenbeispiele und TeX bzw. LaTeX ist wohl eines der Flaggschiffe davon.

 

Ist es kein Beweis dafür, das LaTeX leicht zu erlernen ist, wenn ich Ihnen mitteile, dass ich mein erstes Buch schon wenige Tage nach dem Kennenlernen von LaTeX mit diesem Programm geschrieben habe? Und ich gehöre mit Sicherheit nicht mehr zu den jungen Leuten, denen man noch eine gewisse Flexibilität und schnelles Lernen nachsagt.

 

Leslie Lamport hat einmal gesagt „Visuelle Systeme mögen bequemer sein für kurze, einfache Dokumente wie Liebesbriefe oder Wäschelisten. Logische Systeme wie LaTeX sind aber besser für komplexere Dokumente wie Bücher und technische Artikel”. Es gibt sehr viele Punkte, die eine WORT-Verarbeitung von einem professionellen Textsatzsystem unterscheiden. Wahrscheinlich schreckt aber die Präambel von LaTeX mit den Voreinstellungen etwas ab. Aber die wird, wie schon erwähnt, einmal erstellt und kann für gleichartige Dokumente immer wieder benutzt werden. Wer zum ersten Mal das Programm Excel benutzt, wird wahrscheinlich auch behaupten, es sei kompliziert zu bedienen. Aber nach kurzer Einarbeitung stellt man fest, dass man eine ganze Menge damit anstellen kann und es doch nicht so schwer zu bedienen ist. Will man mehr damit anfangen, als einfache Tabellen zu erstellen oder mit den Grundrechenarten herumspielen, muss man sich bemühen, weitere Befehle zu lernen. So ist es auch mit LaTeX. Ein einfaches Dokument oder ein textlastiger Roman ist schnell erstellt. Ein Fachbuch mit Tabellen, Bildern, und chemischen Formeln erfordert aber mehr Einarbeitung.

 

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latex diskette

LaTeX Installation

LaTeX lässt sich auf allen gängigen Betriebssystemen wie Windows, Linux, Mac OS und Unix einfach installieren. Die Installationsdateien finden Sie im Internet oder können diese auch als DVD (TeX Collection) beziehen, die jedes Jahr neu erscheint. Bezugsquellen der DVD sind der DANTE e.V., wenn Sie dort Mitglied sind oder werden oder der Buchhandel Lehmanns media. Suchen Sie dort nach TeX Collection.

Latex Code

LaTeX Funktionen

• Ideales Textsatzsystem für Artikel, Berichte, Bücher und Präsentationen
• Auch große Dokumente mit Abschnitten, Querverweisen, Tabellen und Abbildungen machen selbst auf älterer Hardware keine Probleme
• Einfaches Setzen von komplexen mathematischen Formeln
• Automatische Erzeugung von Inhaltsverzeichnissen, Bibliographien und Stichwortverzeichnissen
• Mehrsprachiger Satz möglich
• Verwenden von PostScript- oder Metafont-Schriftarten

 

Feature-3

Mein neues Buch

über mein aktuelles Buchprojekt können Sie mehr erfahren, wenn Sie hier unten auf den Link „weiterlesen” klicken. Der Erscheinungstermin ist für März / April 2019 geplant.

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LaTeX ist ein Textsatzsystem für die Kommunikation und Veröffentlichung von Dokumenten jeder Art. Je komplexer ein Dokument ist, desto mehr empfiehlt sich die Verwendung von LaTeX. LaTeX ist freie Software, die unter allen gängigen Betriebssystemen läuft und wird unter der LaTeX Project Public License vertrieben.

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